Einleitung: Ein Meister der leisen Töne
In der Welt der Architektur gibt es Persönlichkeiten, die mit lauten Entwürfen und spektakulären Gebäuden von sich reden machen. Und dann gibt es solche wie Andreas Veauthier. Sein Name mag in der breiten Öffentlichkeit nicht so präsent sein wie der seiner Frau, der ZDF-Moderatorin Marietta Slomka, doch in Fachkreisen gilt er als einer der renommiertesten deutschen Architekten seiner Generation . Seine Handschrift ist klar, seine Projekte sind nachhaltig, und seine Karriere ist geprägt von einer ruhigen, aber umso wirkungsvollen Beharrlichkeit.
Dieser Artikel beleuchtet das Leben und Wirken von Andreas Veauthier – von seinen Anfängen als junger Architekt über die Realisierung komplexer Großprojekte bis hin zu seiner heutigen Rolle als Geschäftsführer von Veauthier Architekt BDA. Tauchen Sie ein in die Welt eines Mannes, der es versteht, Geschichte, Moderne und ökologische Verantwortung unter ein Dach zu bringen.
Frühe Jahre und Ausbildung: Die Wurzeln eines Visionärs
Die Reise von Andreas Veauthier in die Welt der Architektur begann mit einem soliden Fundament. Er studierte an der renommierten Technischen Universität Berlin sowie an der UP6 in Paris . Diese internationale Erfahrung sollte seinen Blick für unterschiedliche architektonische Stile und urbane Konzepte prägen. In Paris, der Stadt der Lichter und der Avantgarde, sammelte er erste prägende Eindrücke, die seine spätere Arbeit beeinflussen sollten.
Nach seinem erfolgreichen Diplom im Jahr 1994 ging es für Veauthier in die Praxis. Er arbeitete bei namhaften Berliner Büros wie Sauerbruch Hutton und Anderhalten Architekten . Diese Jahre in etablierten Architekturbüros waren entscheidend für seine berufliche Entwicklung. Hier lernte er nicht nur die organisatorischen Abläufe großer Bauprojekte kennen, sondern auch die hohen Ansprüche an Ästhetik und Funktionalität, die seine spätere Karriere definieren sollten.
Andreas Veauthier ist heute Mitglied im Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) . Diese Mitgliedschaft ist kein bloßer Titel, sondern ein Bekenntnis zu Qualität und ethischer Baukultur.
Der Durchbruch: Von der Expo 2000 bis zur eigenen Firma
Das Jahr 1998 markierte einen Wendepunkt im Schaffen von Andreas Veauthier. In diesem Jahr machte er sich selbstständig und legte den Grundstein für sein eigenes Architekturbüro. Sein erstes großes internationales Projekt ließ nicht lange auf sich warten. Von 1998 bis 2001 fungierte er als Kontaktarchitekt für zwei der bedeutendsten Architekten der Gegenwart: Edouardo Souto de Moura und Alvaro Siza .
Seine Aufgabe war es, den Bau des Portugiesischen Pavillons auf der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover zu begleiten . Für einen jungen Architekten war dies eine außergewöhnliche Chance. Er arbeitete mit zwei Pritzker-Preisträgern zusammen und konnte hautnah erleben, wie internationale Stararchitekten ihre Visionen umsetzen.
“Die Arbeit mit Souto de Moura und Siza war eine prägende Erfahrung. Sie lehrte mich, dass Architektur nicht nur aus Formen besteht, sondern aus einer tiefen Auseinandersetzung mit dem Ort und seiner Geschichte.” – Andreas Veauthier (sinngemäß)
Diese Erfahrung festigte seinen Ruf als kompetenter und zuverlässiger Partner für komplexe Bauvorhaben.
Veauthier Meyer Architekten: Eine Partnerschaft für Großprojekte
Ein weiterer Meilenstein in der Karriere von Andreas Veauthier war die Gründung der Partnerschaft Veauthier Meyer Architekten im Jahr 2008 . In dieser Zeit spezialisierte sich das Büro auf anspruchsvolle Projekte im Bildungs- und Bäderbau. Es entstanden einige der bekanntesten Bauten, die mit dem Namen Veauthier verbunden werden.
Die Schwimmhalle Finckensteinallee in Berlin: Eine Begegnung mit der Geschichte
Eines der herausragendsten Projekte dieser Ära war die Sanierung der Schwimmhalle Finckensteinallee in Berlin-Lichterfelde . Dieses Bauprojekt war aus mehreren Gründen bemerkenswert.
Das Gebäude aus dem Jahr 1938 war ursprünglich als Trainingsstätte für die SS-Leibstandarte errichtet worden – ein düsteres Erbe aus der Nazi-Zeit . Nach dem Krieg wurde die Halle von den amerikanischen Alliierten genutzt und später in den Berliner Bäderbetrieb integriert. Als sie 2006 aufgrund von Bauschäden schließen musste, stand das Gebäude vor dem Abriss. Die Architekten mussten sich einer sensiblen Frage stellen: Wie geht man mit einem architektonisch beeindruckenden, aber historisch belasteten Bau um?
Andreas Veauthier und sein Team entschieden sich für einen behutsamen Umgang mit der Bausubstanz. Sie bewahrten die monumentale Backsteinfassade und die Reliefs am Eingang, modernisierten jedoch die technischen Anlagen und fügten eine neue Decke ein, die an das ursprüngliche Glasdach erinnerte .
Über dieses Projekt sagte Veauthier in einem Interview mit dem Fachmagazin Dezeen:
“Die lichtdurchflutete Schwimmhalle mit ihren beeindruckenden Ausmaßen und großen Fenstern auf vier Seiten ist ein wichtiges architektonisches Dokument der negativen Zeit, in der sie erbaut wurde. Die Frage nach der Balance zwischen Erhalt und Abriss wurde teilweise durch die Anforderungen unseres Auftraggebers beantwortet. Zudem steht das Gebäude unter Denkmalschutz, und daher waren einige Elemente gesetzlich geschützt.”
Die Schwimmhalle Finckensteinallee wurde nach vierjähriger Bauzeit im September 2014 wiedereröffnet . Das Projekt zeigt, wie Andreas Veauthier Architektur als gesellschaftlichen Dialog versteht – Vergangenheit muss nicht verdrängt, sondern kann in eine moderne Nutzung überführt werden.
Die Schwimmhalle in Gotha: Ein Juwel im Jugendstil
Ein weiteres Meisterwerk in der Vita von Andreas Veauthier ist die Sanierung und Erweiterung des Gemeinschaftsbades in Gotha, Thüringen . Das ursprüngliche Gebäude aus dem Jahr 1909 ist ein typisches Beispiel für die Jugendstil-Architektur kommunaler Bäder .
Nach der Wende war das Bad geschlossen worden. Die Stadt Gotha kaufte es zurück und schrieb einen Architekturwettbewerb aus. Die Aufgabe war herausfordernd: Ein historisches Gebäude sollte in ein modernes Sport-, Gesundheits- und Freizeitbad integriert werden, das zudem barrierefrei ist.
Das Konzept von Andreas Veauthier und seinem Team überzeugte die Jury. Sie schafften es, den historischen Charme des Jugendstilbaus zu bewahren und gleichzeitig eine moderne, lichtdurchflutete Halle zu schaffen. Die Kombination aus Alt und Neu macht dieses Projekt bis heute zu einem Vorzeigebeispiel für gelungene Denkmalpflege.
Die Lehre: Wissen weitergeben
Neben seiner praktischen Arbeit als Architekt ist Andreas Veauthier auch in der akademischen Welt verwurzelt. Zwischen 2005 und 2010 war er Dozent im Masterstudiengang Real Estate an der TU Berlin . Später folgten Lehraufträge an der Beuth Hochschule in Berlin und der Hochschule RheinMain in Wiesbaden .
Sein Engagement in der Lehre zeigt, dass es ihm nicht nur um das Bauen an sich geht, sondern um die Vermittlung von Werten. Er möchte jungen Architekten vermitteln, dass ihr Beruf eine gesellschaftliche Verantwortung mit sich bringt. Themen wie nachhaltiges Bauen, Energieeffizienz und die Integration von Gebäuden in den urbanen Kontext stehen dabei im Fokus.
Der Sprung in die Projektentwicklung: Die pro.b Gruppe
Im Jahr 2019 begann für Andreas Veauthier ein neues Kapitel. Er wechselte zur pro.b Gruppe, einem Unternehmen, das sich auf nachhaltige Projektentwicklung und Projektsteuerung spezialisiert hat . Schon ein Jahr später, 2020, stieg er zum Geschäftsführer in diesem Bereich auf .
Diese Position ermöglicht es ihm, Architektur ganzheitlich zu denken. Er ist nicht mehr nur für den Entwurf eines Gebäudes verantwortlich, sondern für die gesamte Wertschöpfungskette – von der Idee über die Finanzierung bis hin zur schlüsselfertigen Übergabe.
Der Schwerpunkt der pro.b Gruppe liegt auf dem nachhaltigen Gewerbe- und Wohnungsbau, vornehmlich im Holzbau . Andreas Veauthier hat sich damit zu einem der führenden Köpfe in der Entwicklung klimafreundlicher und ressourcenschonender Gebäude in Deutschland entwickelt. Er sieht sich nicht nur als Architekt, sondern als Gestalter von Lebensräumen, die den kommenden Generationen gerecht werden.
Andreas Veauthier und Marietta Slomka: Eine Verbindung zweier Welten
Im Rampenlicht der Medien steht Andreas Veauthier in der Regel nicht. Das änderte sich, als seine Ehe mit der ZDF-Moderatorin Marietta Slomka bekannt wurde . Die beiden sind seit 2019 verheiratet und leben in Berlin .
Marietta Slomka ist eine der bekanntesten Journalistinnen Deutschlands und moderiert das „heute journal“ . Während sie täglich in Millionen Haushalte spricht, arbeitet ihr Mann leise und konsequent an der Zukunft unserer Städte. Die Verbindung aus Medien und Architektur ist symbolisch für zwei Menschen, die in ihrem Beruf höchste Präzision und Verantwortungsbewusstsein an den Tag legen.
Fazit: Ein Architekt mit Haltung
Die Karriere von Andreas Veauthier liest sich wie ein Lehrbuch der modernen Architektur. Er begann in den renommiertesten Büros Berlins, sammelte internationale Erfahrung und baute sich Schritt für Schritt ein Imperium auf, das heute zu den gefragtesten Adressen für nachhaltige Bauprojekte gehört.
Was ihn auszeichnet, ist seine Fähigkeit, scheinbare Gegensätze zu vereinen:
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Geschichte und Moderne: In Projekten wie der Schwimmhalle Finckensteinallee oder dem Bad in Gotha zeigt er, wie Denkmalpflege und zeitgenössische Nutzung Hand in Hand gehen können.
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Ästhetik und Funktion: Seine Gebäude sind nicht nur schön, sie sind durchdacht und energieeffizient.
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Öffentlichkeit und Privatsphäre: Obwohl er mit einer prominenten Frau verheiratet ist, schafft er es, seine Privatsphäre zu wahren und sich ganz auf sein Werk zu konzentrieren.
Andreas Veauthier ist mehr als nur ein Architekt. Er ist ein Hüter der Baukultur, ein Förderer der Nachhaltigkeit und ein Vorbild für eine Generation von Planern, die verstanden haben, dass Architektur eine Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt ist. Seine Arbeit ist ein Beweis dafür, dass die besten Gebäude oft nicht die lautesten sind, sondern diejenigen, die mit Bedacht und Respekt für den Ort errichtet werden. Er hat die deutsche Architekturlandschaft nachhaltig geprägt – und wird dies auch in Zukunft weiterhin tun.